Bullartige Terrier, liebevolle Hunde

Unter den zahlreichen Hunderassen sind die bullartigen Terrier wohl die umstrittensten der letzten Jahre. In Deutschland und der Schweiz sind sie als Listenhunde beschrieben und werden umgangssprachlich leider mit einem negativen Unterton als »Kampfhunde« bezeichnet.

Bullterrier - Hunderasse (CC BY-SA 2.0)Bull Terrier / Foto von rocksss ;

Historisch gesehen, ist dieser Begriff im Grunde richtig. Dennoch macht es die bullartigen Terrier im gleichen Atemzug nicht gleich zu aggressiven Kampfhunden, die Mensch und Tier anfallen.

Bullartige Terrier - Weltweit anerkannte Hunderassen

In der Sektion 3 handelt es sich um den American Staffordshire Terrier, den Bull Terrier, den Staffordshire Bull Terrier und den American Pit Bull Terrier. Letzterer ist allerdings nicht im FCI, sondern im UKC gelistet ist. Der United Kennel Club ist der amerikanische Dachverband für die Hundezucht und den Hundesport und kann mit den deutschen bzw. europäischen Vereinigungen verglichen werden. Mittlerweile ist der UKC auch in vielen europäischen Ländern aktiv.

American Staffordshire Terrier - Hunderasse (CC BY 2.0)American Staffordshire Terrier / Foto von Jay Lee ;

Die heute geborenen bullartigen Terrier tragen keine Schuld an ihrem Verhalten bzw. ihren Genen. Auch ein Jagdhund trägt Gene zum Jagen in sich und wird deshalb nicht als gefährlich eingestuft. Diese oft diskutierten Hunderassen sind das Resultat von Hundezüchtern, die in damaliger Zeit ihren Profit aus Hundekämpfen erzielen wollten. Vielmehr zeigt sich an diesen Rassen beispielhaft, wie wichtig die angemessene Hundehaltung und die Erziehung des Hundehalters sind. Bullartige Terrier sind liebevolle Hunde, die gern in der Gesellschaft von Menschen sind, absolut anpassungsfähig, intelligent und lernwillig.

So schreibt sich die Geschichte der bullartigen Terrier

Während viele andere Hunderassen in ihrer Historie die Aufgabe hatten, das Haus zu bewachen oder die Herde zusammenzutreiben, wurden bullartige Terrier in einer Kreuzung zwischen Bulldogge und Terrier gezüchtet. Hier wurden gezielt die Eigenschaften der einzelnen Rassen ausgewählt, um starke und mutige Hunde zu züchten. Im 19. Jahrhundert waren Hundekämpfe

Staffordshire Bullterrier - Hunderasse (CC BY-SA 3.0)Staffordshire Bullterrier / Foto von M. Miłaszewska ;

Darunter waren auch die Rattenfänger-Wettbewerbe, bei denen der Hund gewann, der in kürzester Zeit die meisten Ratten getötet hatte. In England wiederum ließ man die Hunde gegeneinander antreten. Natürlich wurden bei der Züchtung der bullartigen Terrier die mutigsten und angriffslustigsten Exemplare ausgewählt. Seit 1835 sind Tierkämpfe in England verboten - wir schreiben heute das 21. Jahrhundert. Heute werden die bullartigen Terrier schon lange nicht mehr für Kämpfe gegeneinander gezüchtet.

Der Mensch in der Verantwortung des Hundes

Damalige Züchter achteten bei ihrer Auswahl nur auf den Kampfeswillen der Hunde. Das Resultat ist heute leider daran zu erkennen, dass die bullartigen Terrier vermehrt mit Zuchtproblemen zu tun haben. So setzt beim American Staffordshire Terrier zum Beispiel häufig eine Taubheit ein, die als Genfehler bezeichnet wird.

Bei der Auswahl eines bullartigen Terriers sollten zukünftige Hundebesitzer bereits Erfahrung im Umgang mit Hunden haben. Hier gilt insbesondere die konsequente Erziehung als wichtigster Faktor. Ferner ist es wichtig, auch die Körpersprache eines Hundes zu verstehen - und zwar nicht nur beim bullartigen Terrier, sondern bei allen Hunderassen. Was bedeutet es, wenn der Hund seine Ohren aufstellt oder den Schwanz einzieht? Wer die Signale seines Hundes erkennt, wird im alltäglichen Leben keine Probleme mit seinem Hund haben. Einmal mehr zeigt sich, welche Verantwortung beim Menschen liegt - bevor ein Hund als gefährlich eingestuft und eventuell sogar unnötig getötet wird.

Hunderassen in der Systematik

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