Agility - Hundesport David Merrett

Agility

Die Entstehung dieses sehr beliebten Hundesports wird auf das Jahr 1978 datiert. Anfangs nur als Showeinlage für eine etablierte Hundeausstellung in England entwickelt, avancierte der Parcourswettbewerb sehr schnell zu einer weltweit verbreiteten Sportart für Mensch-Hund-Teams.

Mittlerweile haben viele Länder auf allen Kontinenten Nationalmannschaften und die verschiedenen Dachverbände, allen voran die FCI (Federation Cynologique Internationale), richten nationale und kontinentale Meisterschaften sowie Weltmeisterschaften aus. Hundeführer und Hunde die auf diesem Leistungsniveau konkurrieren, müssen ein hohes Trainingspensum absolvieren und werden auch physiotherapeutisch betreut. In Kreisen der aktiven Sportler und Agility-Fans werden immer mehr Stimmen laut, Agility als olympische Sportart zuzulassen.

Aber auch wer keine Ambitionen hegt mit seinem Hund an großen Wettbewerben teilzunehmen, kann sich und seinen Hund fit halten, Spaß haben und den Vierbeiner körperlich sowie geistig auslasten.

Das Regelwerk verlangt von den Teams nämlich bedeutend mehr, als nur einige Hindernisse schnell und fehlerfrei zu bewältigen.

Beim Agility müssen Hundeführer und Hund einen Parcours mit bis zu 22 verschiedenen Hindernissen bewältigen. Als Hindernisse werden aber nicht nur einfache Hürden bezeichnet, sondern beispielsweise auch Sacktunnel, Laufsteg, Reifen und eine Slalomstrecke. Der Parcours wird bei jedem Lauf neu aufgebaut und muss immer in einer neu festgelegten Abfolge bewältigt werden. Ohne Leine und Halsband müssen die Teams diesen ablaufen. Ausgelassene Hindernisse oder Hindernisse deren Bewältigung der Hund dreimal verweigert, führen zu einer Disqualifikation des Teams. Der Hundeführer darf nur mit der Stimme und Handzeichen auf seinen Hund einwirken. Eine Berührung des Hundes ist nicht erlaubt und wird mit Punktabzug bestraft. Dies erfordert eine ständige Kommunikation der beiden Teammitglieder. Der Hund muss nicht nur darauf achten die Hindernisse korrekt zu bewältigen, er muss auch immer wieder Augenkontakt zu seinem Hundeführer aufnehmen und dessen verbale Kommandos befolgen.

Um einer Überlastung der Hunde vorzubeugen, wird bei Wettbewerben in drei Größenklassen gestartet. Für die Einteilung der Hund in die Größenklassen ist die Widerristhöhe des Hundes ausschlaggebend.

  • Small (S) kleiner als 35 cm
  • Medium (M) 35 bis 42,99 cm
  • Large (L) ab 43 cm

Die Hindernisse werden in Höhe und Größe der jeweiligen Klasse angepasst.

Eine weitere Einteilung wird durch die Leistungsklassen (A1-A3) vorgenommen. Hundehalter, die mit ihrem Hund in der Klasse A1 starten wollen müssen nachweisen, dass der Hund am Tag des Wettbewerbs mindestens 15 Monate alt ist und eine Begleithundeprüfung erfolgreich abgelegt hat. Die Einstufung in die Klassen A2 und A3 erfolgt durch einen Qualifikationsmodus. Es muss eine bestimmte Anzahl von fehlerfreien Läufen nachgewiesen werden.

Für Hunde, die das sechste Lebensjahr vollendet haben, besteht die Möglichkeit in der Seniorenklasse zu starten. Hier werden die Hindernisse ebenfalls wieder dem Alter der Hund angepasst, manche Hindernisse kommen gar nicht mehr zum Einsatz. Diese Einstufung kann der Hundehalter von sich aus vornehmen. Eine Rückkehr in die Leistungsklassen A1-A3 ist dann aber nicht mehr möglich. Das Reglement ist in der Agility Prüfungsordnung des VDH (Verband für das deutsche Hundewesen) ausführlich festgelegt.

Bei einigen Ausscheidungen und Wettbewerben ist die Teilnahme nur mit Hunden bestimmter Rassen möglich. So können bei FCI-Meisterschaften nur Hund mit einer, von der FCI ausgestellten, Ahnentafel vorgeführt werden. Ähnlich verhält es sich bei der Agility-Bundessiegerprüfung des SV (Verein für deutsche Schäferhunde). Hier können Hundeführer nur mit deutschen Schäferhunden antreten, die über eine vom SV ausgestellte Ahnentafel verfügen oder beim Verein registriert sind.

Prinzipiell ist eine Teilnahme an Turnieren und Meisterschaften aber für jeden Hund möglich. Sehr große Rassen oder auch die so genannten Riesenrassen, wird man bei Wettkämpfen aber selten am Start sehen. Dies liegt daran, dass diese Rassen meist nicht über die Schnelligkeit und Wendigkeit verfügen, um konkurrenzfähig zu sein. Außerdem sind die Belastungen und das damit verbundene gesundheitliche Risiko für diese Hunde ungleich höher.

Zu den Rassen die beim Agility sehr häufig zu bestaunen sind, gehören der Jack Russel Terrier, der Border Collie, der Australian Shepherd und der belgische Schäferhund. Mischlinge stehen in diesem Sport, wie überall, ihren reinrassigen Artgenossen aber auch in nichts nach.

Hundesportvereine die Agility anbieten sind, aufgrund der hohen Popularität dieses Sports, überall zu finden.

Kategorie: Hundesport

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